Linus und der Regentag
Heute regnete es schon, als Linus aufwachte. Die Regentropfen klopften gegen das Fenster. Plitsch... platsch... plitsch... platsch...
„Heute wird ein nasser Tag“, sagte Mama lächelnd.
Linus zog die Decke über den Kopf. Er mochte Regen eigentlich. Das Geräusch war beruhigend. Aber er wusste auch: In der Schule würden alle Kinder mit nassen Jacken und lauten Stimmen in den Klassenraum kommen. Das mochte er gar nicht.
Sein Dino REXO saß wie immer auf dem Bett.
„Wir schaffen das gemeinsam“, sagte Linus und steckte REXO in seinen Rucksack.
Als sie in der Schule ankamen, war es genauso, wie Linus es erwartet hatte. Überall tropfte Wasser von den Jacken. Kinder lachten laut, Stühle wurden hin- und hergeschoben und jemand ließ sogar seine Brotdose fallen.
Linus spürte, wie alles gleichzeitig auf ihn einströmte.
Seine Schulbegleiterin bemerkte sofort seinen Blick.
„Möchtest du kurz mit deinen Kopfhörern auf den Flur gehen?“, fragte sie leise.
Linus nickte.
Draußen setzte er seine Kopfhörer auf und schaute aus dem Fenster. Die Regentropfen liefen langsam die Scheibe hinunter.
„Die Tropfen haben keine Eile“, dachte Linus.
Er atmete langsam ein und wieder aus. Nach ein paar Minuten fühlte sich sein Kopf wieder ruhiger an.
Gemeinsam gingen sie zurück in den Klassenraum.
Im Kunstunterricht sollten alle ein Regenbild malen.
Die meisten Kinder malten graue Wolken. Linus malte bunte Regentropfen.
„Warum sind deine Tropfen bunt?“, fragte seine Lehrerin.
Linus lächelte.
„Weil Regen für jeden Menschen anders aussieht.“
Die Lehrerin nickte.
„Das ist ein schöner Gedanke.“
Am Ende des Tages hing Linus' Bild an der Klassenwand. Viele Kinder blieben davor stehen.
„So habe ich Regen noch nie gesehen“, sagte ein Mitschüler.
Auf dem Heimweg hörte der Regen langsam auf. Zwischen den Wolken erschien ein kleiner Regenbogen.
Linus schaute zu REXO.
„Manchmal muss es erst regnen, damit man etwas Schönes entdecken kann.“
REXO lächelte – zumindest stellte Linus sich das vor.
Und gemeinsam gingen sie nach Hause.